Der Öl-Fake

Zu den Themen Ölförderung, Ölverbrauch und Ölimport verbreitet Spiegel Online Fake News.

– Karsten Montag

Die USA sind seit Beginn der Ölförderung Ende des 19. Jahrhunderts einer der größten Erdölproduzenten und gleichzeitig der größte Erdölverbraucher der Welt. 40 Prozent der in den Vereinigten Staaten verbrauchten Primärenergie basieren auf Öl. Aufgrund seines immensen Bedarfs ist das Land seit den 1970er Jahren auch der größte Erdölimporteur der Welt. Damit sind die USA abhängig von Ölimporten aus Ländern mit großen und kostengünstig förderbaren Vorkommen dieses Rohstoffs.

Der Fracking-Boom in den Vereinigten Staaten hat daran bisher nichts Wesentliches ändern können. Er stellt das letzte Aufbäumen der US-Ölindustrie dar, bevor sie aufgrund ihrer geringen verbliebenen Ölreserven spätestens Ende des nächsten Jahrzehnts größtenteils von Importen dieses fossilen Energieträgers abhängig sein werden. Folgt man jedoch der überwältigenden Mehrheit der Berichterstattung der letzten knapp sechs Jahre auf Spiegel Online, zeichnet sich ein gänzlich anderes Bild.

Die Fakten

Es bedarf nur weniger einfacher Zahlen, um die Abhängigkeit der USA von Ölimporten sowie den kurzfristigen Effekt des Fracking-Booms belegen zu können: Die Ölproduktion in den USA, die Ölimporte sowie die nachgewiesenen und wirtschaftlich förderbaren Ölreserven des Landes. Die US-Regierungsbehörde U.S. Energy Information Administration (EIA) veröffentlicht diese Daten regelmäßig und für jeden zugänglich auf ihrer Website. Für das Jahr 2016 lauten sie:

Zum Vergleich: Der gesamte Ölverbrauch Deutschlands im Jahr 2017 lag bei 0,89 Milliarden Barrel.

Die Zahlen sprechen für sich. Man benötigt keine Expertenmeinung, um zu erkennen, wie abhängig die USA von Erdölimporten sind. Man braucht noch nicht einmal einen Taschenrechner, um die kurze verbleibende Zeit zu überschlagen, in der die Erdölreserven in den Vereinigten Staaten nach heutigem Kenntnisstand aufgebraucht sein werden. Aus diesem Wissen lassen sich insbesondere aktuelle und zukünftige geopolitische Interessen der größten Militärmacht der Erde ableiten.

Es ist unstrittig, dass die Förderung von Schieferöl mithilfe der Fracking-Methode in den USA zu einem Ungleichgewicht und einem Preiskampf auf dem internationalen Ölmarkt geführt hat. In Ländern wie Venezuela, das ähnlich wie Kanada aufgrund seiner kostenintensiven Förderung von Öl aus Ölsand auf hohe Preise angewiesen ist, hat der niedrige Ölpreis sogar eine Staatskrise ausgelöst. …

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