Nazis, Moslembrüder und CIA

Eine Moschee in München. Wie sich die CIA immer schon radikaler Islamisten bediente. Und wie dabei eine Moschee in München mit Nazi-Wurzeln zum Brennpunkt wurde. Ein Beitrag zur Islamkonferenz.

– Angelika Gutsche

2011 erschien ein Buch des Pulitzer-Preisträgers Ian Johnson mit dem deutschen Titel „Die Vierte Moschee. Nazis, CIA und der islamische Fundamentalismus“.[1] Die Kooperation von CIA und Dschihadisten hat Tradition und begann nicht erst während des Afghanistankriegs unter Ausweitung auf die Kriege in Libyen und Syrien, sondern hat schon weit ältere Wurzeln

Der Autor Ian Johnson war beim Besuch einer Londoner Buchhandlung mit radikal-islamistischer Literatur auf eine Landkarte gestoßen, auf der neben der Großen Moschee in Mekka, dem Felsendom in Jerusalem und der Blauen Moschee in Istanbul als weltweit viert-bedeutendste Moschee der islamischen Welt das Islamische Zentrum München eingetragen war. Damit war die Neugierde des Autors geweckt. Es folgten ein Besuch der Moschee im Münchner Stadtteil Freimann und Forschungen über deren Entstehungsgeschichte.

Dabei fand Johnson heraus, dass sich drei Gruppen für den Bau und Erhalt dieser Moschee eingesetzt hatten: Nachdem zunächst die Nazis während des Zweiten Weltkriegs und in der Zeit danach eine islamische Front gegen Sowjetrussland aufbauen wollten, setzten die CIA im Kalten Krieg diese Tradition fort. Das Ziel der aus Moslembrüdern bestehenden dritten Gruppe war, ein europäisches Zentrum zum Aufbau eines radikalen Islams in Europa schaffen. Von diesen drei in München agierenden politischen Gruppen gingen „fast alle Unternehmungen der Muslimbruderschaft im Westen“[2] aus. Altnazis, CIA und Moslembruderschaft arbeiteten eng zusammen und unterstützten sich gegenseitig.

Etliche Krim-Tataren, Kaukasier, Georgier, Tschetschenen, Kasachen und Usbeken fühlten sich vom Sowjetsystem unterdrückt, darunter viele Muslime. Dies brachte sie dazu, mit den Nazis zu kollaborieren, als diese 1941 Sowjetrussland überfielen. Daneben brachte die Wehrmacht usbekische Kriegsgefangene in ein Lager nach Berlin. Dort sollten sie eine Ausbildung durchlaufen, die sie befähigen sollte, Turkestan von den Russen zu befreien. Dieser Plan hieß „Abwehrunternehmen Tiger B“, das Emblem auf dem Ärmel der Uniformen war die Chah-I-Zindeh-Moschee in Samarkand „und die Worte Biz Alla Bilen – Gott mit uns.“ Diese Einheit unter Führung des Geheimdienstes der deutschen Wehrmacht kämpfte an der russischen Front und wurde später zum 450. Infanteriebataillon, dem weitere Legionen moslemischer Kämpfer folgen sollten.

Gerhard von Mende, ein begeisterter Nationalsozialist, entwickelte als Mitarbeiter des 1941 ins Leben gerufenen Ostministeriums der NSDAP einen Plan, „wie man sich den Islam zunutze machen konnte“. Es wurden sogenannte „Mittelstellen“, später „Nationalkomitees“, gegründet, die den nicht-russischen Ethnien als quasi Exilregierungen vermittelt wurden. Es kam sogar zur Gründung islamischer Seminare und zur Ausbildung von Imamen. Damals dabei waren Michail Kedia aus Georgien und Ali Kantemir aus Turkestan, die später bei den Verbindungen der Münchner Moschee mit den USA noch eine wichtige Rolle spielen sollten. Ein weiterer damaliger Mitspieler war Veli Kayum. …

https://www.freitag.de/autoren/gela/nazis-moslembrueder-und-cia

#USandISIS#CIA#Kriegslügen

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