Tod durch Atmen

Die verkehrsbedingte Luftverschmutzung in Deutschland ist einer US-Studie zufolge skandalös hoch. Stuttgart, Köln und Berlin gehören weltweit zu den Top-Ten bei der Sterberate

  • Arno Kleinebeckel

Im Gelobten Land der Autofahrer ist die Chance offenbar besonders hoch, an den Kollateralschäden zu sterben: Deutschland liegt im weltweiten Ranking sog. vorzeitiger Todesfälle infolge verschmutzter Luft auf Platz vier. Das jedenfalls verkündet der Report des International Council on Clean Transportation (ICCT), der diese Woche veröffentlicht wurde. Im Fokus: Die gesundheitsschädliche Feinstaub- und Ozonbelastung. Die Analyse beschränkt sich ausdrücklich auf Gesundheitsauswirkungen durch Abgasemissionen im Verkehr; entsprechend höher fallen die Zahlen aus, nimmt man die Todesfälle aufgrund der Emissionen insgesamt ins Visier.

Die Luftverschmutzung allein aus dem Verkehr ist der US-Studie zufolge für rund 13.000 vorzeitige Todesfälle jährlich in Deutschland verantwortlich. Mit China (114.000 vorzeitige Todesfälle), Indien (74.000) und die USA (22.000) liegen noch drei echte Schwergewichte vor Deutschland. Weltweit fallen laut ICCT jährlich 385.000 Menschen den Emissionen aus dem Verkehr zum Opfer.

Bezogen auf die Bevölkerungsgröße, so die Autoren, liegt Deutschland im internationalen Vergleich sogar auf Platz eins (17 “frühzeitige Todesfälle” je 100.000 Einwohner). Die Studie bezieht die Emissionen von Pkws, Lkws, Bussen, Schiffen sowie von landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Baumaschinen ein. Nimmt man andere Emissionsquellen (außer dem Verkehr) hinzu, so liegt die Zahl laut ICCT für Deutschland bei 43.000 vorzeitigen Sterbefällen durch verschmutzte Luft. …

https://www.heise.de/tp/features/Tod-durch-Atmen-4322349.html

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