buisiness as usual is a crime

Flughafen BER – Möglichkeitsraum für zukünftige Generationen

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Senatskanzlei

Michael Müller

Jüdenstr. 1, 10178 Berlin

Betreff: Offener Brief Berlin, 10. Mai 2019

Sehr geehrter Herr Müller,

hiermit möchten wir uns sehr bei Ihnen bedanken, dass Sie aus dem fortwährenden Fiasko in der Errichtung des Flughafens Berlin-Brandenburg den richtigen Entschluss gezogen haben: Das Weiterwursteln an diesem Bau zu stoppen und den Torso als Möglichkeitsraum für zukünftige Generationen zur Verfügung zu stellen.

Sie haben erkannt, dass Berlin und Brandenburg aufgrund der neuesten Vorhersagen zur regionalen Erwärmung und Versteppung umgehend handeln müssen. Sie haben erkannt, dass es einen Zusammenhang zwischen Fliegen und Erderwärmung gibt. Sie haben erkannt, dass es einen Zusammenhang zwischen Jetset, Easyjet und Wohnungsnot gibt.

In einem mutigen Schritt wenden Sie das weltweit mit Hohn und Spott wahrgenommene, jahrzehntelange hilflose Bemühen um die Errichtung eines Flughafens um zu einem Zeichen, welches Berlin in den Augen der Welt endlich zu dem macht, was es doch immer schon sein wollte: Eine verblüffend wandlungsfähige, der Zukunft zugewandte Metropole welche es weltweit als erste vermag, eine neue, wegweisende Richtung in dem uns alle bedrohenden Szenario Klimawandel vorzugeben:

Eine bislang ganz wesentlich durch die steuerfreie Verramschung der Ressource Kerosin getriebene Stadtentwicklung wird ersetzt durch bewusstes und vorausschauendes Handeln. Das Städtebauleitbild misst sich nicht länger an der Anzahl der durch fremde Hände durch die Straßen getragenen Bierflaschen, nein: Berlin macht es sich zur Aufgabe, eigene Leitbilder zu entwickeln um im Spiegel der anderen Städte der Welt endlich wieder als das wahrgenommen zu werden, was es einst gewesen ist: ein leuchtendes Vorbild.

Sie haben es verstanden, die Kette der Missgeschicke in der Errichtung eines Mega-Einfallstors zur Selbstverramschung an der südlichen Peripherie endlich als Zeichen des Himmels zu lesen. Sie haben sich vorgenommen, durch die Abkehr vom Prinzip der billigen Masse Berlin wieder zu einer außergewöhnlichen Stadt im globalen Kontext zu machen.

Hiermit möchten wir uns im Namen aller bedanken, die diesen Weg als den einzigen Richtigen sehen.

Mit freundlichen Grüßen

bauiac – buisiness as usual is a crime – group

Birgit Effinger, Kuratorin Berlin

Prof. Folke Köbberling, Bildende Künstlerin, Berlin

Dr. Annette Maechtel, Kuratorin Berlin

Lucy Powell, Bildende Künstlerin, Berlin

Nicole Schuck, Bildende Künstlerin, Berlin

Werner Nasahl, Architekt, Berlin/Brandenburg

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