Die Kriege-Macher

Seit Jahrhunderten nutzen die Eliten ihr Wissen um die Manipulierbarkeit des menschlichen Geistes, um Feindbilder zu kreieren und Kriege zu führen. Teil 1/2.

  • Jens Wernicke

Ein Fisch ist sich des Wassers vermutlich nicht bewusst — so selbstverständlich umgibt es ihn von allen Seiten. In ähnlicher Weise sind sich die meisten Menschen der Allgegenwart ihrer eigenen Manipulation nicht bewusst. Was wir für Wahrheit halten, gelangt nur über x-fache Filter und Verzerrungen zu uns. Am Ende ist „die Wahrheit“ schlicht das, was wir dafür halten sollen — weil für die Machteliten nur ein kleiner Teil der menschenmöglichen Weltwahrnehmungen und Denkweisen zweckdienlich ist. Diese „Indoktrination ist (dabei) keineswegs inkompatibel mit der Demokratie. Vielmehr (…) ihre Essenz. (…) Ohne Knüppel, ohne Kontrolle durch Gewalt (…) muss man das Denken kontrollieren. Dazu greift man zu dem, was in ehrlicheren Zeiten Propaganda genannt wurde“, schrieb bereits Noam Chomsky, der bekannteste Intellektuelle der Welt. Doch gibt es für uns eine Chance, dieser „Matrix“, in der man uns gefangen halten will, zu entkommen? Rubikon-Herausgeber Jens Wernicke meint ja.

Vorwort

„Die westlichen Führer sind intensiv damit beschäftigt, die Geschichte umzuschreiben, um das Desaster der Bombardierung des Balkans zu rechtfertigen. Der Wandel in der Informationspolitik, in der Rhetorik und in den Begründungen (…) lähmt buchstäblich die Sinne. (…) Eine Möglichkeit, das Versagen als Erfolg darzustellen, ist die Konstruktion einer mächtigen Medienrealität und die Dekonstruktion der realen Realität. Das ist die Essenz des Medienkrieges, und das ist, was gerade geschieht“ (1).

Es ist die unverblümte Absicht dieser Arbeit, nicht nur theoretisch und informierend, sondern auch unterhaltend und einer erlebbaren Wirklichkeit so nahe als nur möglich zu sein. Sie versucht durch Vermittlung eines Querschnitts des Themas „Wirklichkeitskonstruktion“ unmittelbar an der Entstehung und Ausbildung von Wirklichkeitsauffassungen Interesse zu wecken und so auch beteiligt zu sein. Bewusst versucht sie nicht, als unkritisierbares Theorem einer Detailanalyse zu erscheinen.

Dem streng-wissenschaftlichen Leser mag diese Form der Darstellung teils unwissenschaftlich erscheinen. Er sollte sich jedoch vor Augen halten, dass es zwei grundlegend verschiedene Formen wissenschaftlicher Erklärungen gibt, derer sich die vorliegende Arbeit bewusst in einer „Mischform“ bedient, um so die Vermittlung von Verständnis — vor jener bloßen Wissens — in den Vordergrund zu stellen.

Die eine beginnt mit der Formulierung einer Theorie und führt dann den Nachweis ihrer Gültigkeit für das Verständnis von Erfahrungstatsachen (2). Die andere Methode besteht im Vorlegen einer großen Anzahl von Beispielen aus verschiedensten Gebieten und versucht, auf diese praktische Weise aufzuzeigen, welche Struktur diesen gemeinsam ist und welche Schlussfolgerungen sich hieraus ziehen lassen.

Bei den beiden Methoden fällt dem Gebrauch von Beispielen also sehr verschiedene Bedeutung zu. In der ersten müssen Beispiele Beweiskraft haben. In der zweiten ist ihre Rolle die von Analogien, Metaphern und Veranschaulichungen — sie sollen beschreiben, in leichte, verständliche Sprache übersetzen, doch nicht notwendigerweise auch beweisen.

Dieses Vorgehen erlaubt daher den Gebrauch von Exemplifikationen, die nicht im strengen Sinne des Wortes wissenschaftlich zu sein brauchen; wie etwa die Verwendung von Zitaten aus Dichtung und Romanen, von Anekdoten und Witzen und schließlich sogar den Gebrauch rein imaginärer Denkmodelle — ein Vorgehen, dass Maxwell mit der Postulierung seines Dämons schon vor vielen Jahren respektabel gemacht hat. …

https://www.rubikon.news/artikel/die-kriege-macher

#Kriegslügen#FakeNews

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