Fall Epstein: Journalisten, die fraglos an Selbstmord glauben

Kommentar: Der Fall bietet reichlich Stoff für Spekulationen, deshalb ist ein kritischer Journalismus gefragt

  • Markus Klöckner

War es Mord oder Selbstmord? Im Fall Jeffrey Epstein zeigt sich wieder einmal eine Medienlandschaft, die sich sehr schnell an den einfachen “Wahrheiten” ausrichtet und die Verlautbarungen der Behörden übernimmt. Am Zeit-Artikel “Jeffrey Epstein – New Yorker Verschwörung” lässt sich exemplarisch aufzeigen, wie es aussieht, wenn Medien nicht sagen, was “ist”, sondern basierend auf ihren Glaubensüberzeugungen sagen, was sein soll.

Der Fall Epstein ist brisant. Das steht fest. Es geht um hochrangige Persönlichkeiten und sexuellen Missbrauch. Dass solch ein Fall reichlich Raum für Spekulationen bietet, ist offensichtlich. Gerade deshalb ist ein kritischer Journalismus gefragt. Was solch ein Fall nicht braucht sind Journalisten, die bereits nach kurzer Zeit vom Schreibtisch aus meinen, “Wahrheiten” festzementieren zu können.

Wer sich als Journalist im Fall Epstein berufen fühlt, ferndiagnostisch zu sagen, was “ist”, trägt zur Aufklärung nicht mehr bei als jenes angebliche Geraune aus dem Internet, das gerade Vertreter von Qualitätsmedien so sehr beklagen.

Kaum war Epstein tot, haben sich schon die ersten Verschwörungstheorie ausgebreitet, heißt es in der Berichterstattung großer Medien. Das ist korrekt. Doch sagen sollte man auch: Kaum war Epstein tot, haben sich zahlreiche Journalisten auf eine “Wahrheit” festgelegt, nämlich: Es war Selbstmord!

So schallt es derzeit nicht nur durch deutsche Medien. Um der journalistischen Sorgfaltspflicht gerecht zu werden, dürfen Wörter wie “mutmaßlich” oder “wohl” als Anhängsel mitschallen, doch beim genaueren Hinhören wird schnell deutlich, dass in nicht wenigen Artikel mehr oder weniger offen kommuniziert wird, welche Wahrheit die Berichterstatter favorisieren. Natürlich war es Selbstmord.

Das kann nicht sein, das darf nicht sein?

Die große Verschwörung, deren Arm bis in das Metropolitan Correctional Center reicht? Das kann nicht sein. Das darf nicht sein. Nicht bei einer Presse, deren Vertreter geradezu chronisch düstere Machenschaften der Eliten negieren.

Hochrangige Mitglieder der ehrenwerten Gesellschaft sollen in Missbrauch von Minderjährigen verwickelt sein? Einflussreiche, mächtige Kreise sollen dafür gesorgt haben, dass ein inhaftierter Verdächtiger, der zu viel weiß, beseitigt wird?

Bei solchen Äußerungen empören sich Journalisten großer Medien gleich reihenweise. Der naive Glauben an die guten Eliten sitzt tief. Er sitzt so tief, dass zumindest ein Teil der Journalisten geradezu reflexartig eine Art Schutzschild bildet, mit dem publizistisch selbst die größten Sauereien und Verbrechen verdeckt werden. …

https://www.heise.de/tp/features/Fall-Epstein-Journalisten-die-fraglos-an-Selbstmord-glauben-4500918.html

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