Trump will Krieg

Wer gehofft hat, dass 2020 ein friedliches Jahr werden würde, muss diese Hoffnung leider bereits kurz nach Jahresbeginn beerdigen.

  • Jens Berger

Mit dem von Präsident Trump befohlenen Attentat auf den berühmtesten iranischen General und mehrere ranghohe irakische Militärs nahe dem Flughafen der irakischen Hauptstadt Bagdad haben die USA eine rote Linie überschritten. Beobachter werten den Anschlag als Kriegserklärung gegen Iran. Was muss noch passieren, bis Europa aufwacht und sich von der kriegerischen US-Politik distanziert?

Stellen Sie sich einmal folgendes Szenario vor: Der Chef des US-Generalstabs Mike Milley trifft zu einem informellen Besuch in Kiew ein und Wladimir Putin befiehlt den russischen Streitkräften, die Wagenkolonne, in der Milley von ranghohen ukrainischen Militärs vom Flughafen der Stadt abgeholt wird, mit einem Luftangriff zu vernichten. Wenige Minuten später postet Putin dann auf Twitter die russische Flagge … ohne weiteren Kommentar. Was würde in einem solchen Fall passieren? Im Morgenmagazin würden sich deutsche Sicherheitspolitiker gegenseitig mit Anschuldigungen an die russische Seite übertreffen und diesen offenen Bruch des Völkerrechts vollkommen zu Recht verurteilen. Wie die USA diese „Kriegserklärung“ aufnehmen würden, ist der Phantasie der Leser überlassen. Zum Glück handelt es sich hierbei ja nur um ein hypothetisches Szenario.

Der Raketenanschlag, mit dem die US-Streitkräfte auf Befehl ihres obersten Befehlshabers heute Nacht den iranischen General Ghassem Soleimani zusammen mit hochrangigen irakischen Befehlshabern in einer Fahrzeugkolonne in Bagdad töteten, ist hingegen leider sehr real. Um die Bedeutung dieses Angriffs zu verstehen, lohnt es, sich zu vergegenwärtigen, wer dieser General Soleimani eigentlich war.

Ein Engel war der General mit Sicherheit nicht. Formell betrachtet war Soleimani der oberste Befehlshaber der „Quds-Brigaden“, einer von den Medien meist als „Elite“ der iranischen Revolutionsgarden bezeichneten Einheit. Präziser sind die „Quds-Brigaden“ eine sehr umstrittene Auslandseinheit des iranischen Militärs, die unter anderem in den Kriegen im Libanon, in Syrien und zuletzt auch im Irak aktiv war – in den beiden letzten Konflikten kämpften sie hauptsächlich gegen die radikalen sunnitischen Streitkräfte des IS.

Ein Portrait der Asia Times beschreibt Soleimani als einen Mann, der von seinen Anhängern dafür gefeiert wurde, den (sunnitischen) Islamisten im Irak und Syrien die Stirn zu bieten und Irans Einfluss als Hegemonialmacht in der Region zu verteidigen. Der ehemalige CIA-Analyst Kenneth Pollak beschrieb ihn in seiner Außenwirkung auf die Schiiten des Mittleren Ostens als eine Mischung aus „James Bond, Erwin Rommel und Lady Gaga in einer Person“ – ein militärischer Popstar, dessen politischer Einfluss in Teheran offenbar gewaltig war. Diese Beschreibung ist mehr als „schmückendes Beiwerk“. Sie soll vielmehr verdeutlichen, wie sehr sich die iranische Regierung nun gemäß der Eskalationslogik gezwungen sehen wird, „Gleiches“ mit „Gleichem“ zu vergelten. Teheran kündigte bereits „schwere Vergeltung“ an. Es ist zu erwarten, dass der Irak einmal mehr zu einem Schlachtfeld für einen Stellvertreterkrieg zwischen den USA und Iran wird. Die USA haben ihre Landsleute bereits aufgefordert, das Land „unverzüglich zu verlassen“.

Diese Eskalation ist von den USA Stück für Stück provoziert worden. …

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#Kriegslügen#WesleyClark

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