Das Hungervirus

Acht große Nahrungsmittel- und Getränkehersteller zahlen 18 Milliarden US-Dollar an ihre Aktionäre aus, während auf der ganzen Welt neue Epizentren des Hungers entstehen.

  • Rubikons Weltredaktion

Mehr Tote in Folge der Corona-„Eindämmungsmaßnahmen“ als durch das Virus selbst? Das galt lange als ein von Corona-Skeptikern gestreutes, stark übertriebenes Gerücht. Um herauszufinden, wie berechtigt solche Warnungen sind, muss man den Blick vor allem in den globalen Süden richten. In einem neuen Bericht, der am 9. Juli 2020 veröffentlicht wurde, warnte Oxfam, der internationale Verbund verschiedener Hilfs- und Entwicklungsorganisationen: Es könnten mehr Menschen infolge des mit COVID-19 zusammenhängenden Hungers sterben als an der Krankheit. Und was tun manche Konzerne der Nahrungsmittelbrache gegen den Hunger? Sie stellen eine Menge Geld zur Verfügung — ihren Shareholdern!

von Oxfam International

Der Bericht „The Hunger Virus“ (Das Hungervirus), legt offen, wie geschätzte 122 Millionen Menschen in diesem Jahr als Folge der sozialen und ökonomischen Verwerfungen durch die Pandemie, einschließlich Massenarbeitslosigkeit, Störungen der Nahrungsmittelproduktion und -bereitstellung und abnehmende Hilfen an den Rand des Hungertods gebracht werden könnten.

Dies entspricht einer globalen Sterblichkeit von 12.000 Menschen pro Tag, während sie für COVID-19 im April 2020 einen Höchstwert von 10.000 Toten pro Tag erreichte.

Acht der weltweit größten Nahrungsmittel- und Getränkehersteller haben seit Beginn 2020 ihren Shareholdern mehr als 18 Milliarden US-Dollar Dividenden gezahlt — mehr als zehnmal so viel, wie nötig wäre, um die im humanitären Appell der UN zu COVID-19 geforderten Nahrungsmittel- und Landwirtschaftshilfen für die verletzlichsten Gemeinschaften zu finanzieren.

Danny Sriskandarajah, Vorsitzender von Oxfam Großbritannien, erklärte:

„Die Folgewirkungen von COVID-19 sind bedeutend weitreichender als das Virus selbst; sie drängen Millionen der ärmsten Menschen tiefer in Hunger und Armut. Es ist notwendig, dass Regierungen die Ausbreitung dieser tödlichen Krankheit weiter zu begrenzen suchen, aber sie müssen sie auch daran hindern, genauso viele — wenn nicht gar mehr — Menschen durch Hunger zu töten.“

„Regierungen können nun Leben retten, indem sie den COVID-19-Appell finanzieren und den Ruf nach einem globalen Waffenstillstand zur Beendigung von Konflikten unterstützen, um die Pandemie zu bewältigen. Das Vereinigte Königreich könnte wirklich etwas bewirken, wenn es sich beim Treffen der Finanzminister der G20 nächste Woche für einen Schuldenschnitt einsetzte, um soziale Schutzmaßnahmen wie Bardarlehen zu bezahlen, die Menschen helfen sollen zu überleben.“

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#CoronaCoup#CoronaDiktatur

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