“Benutze die Medien, um ein Ereignis zu schaffen” – Londons Schattenkrieg in Syrien enthüllt

Neue Dokumente belegen, wie Großbritannien durch Geheimdienstableger und PR-Firmen Hunderte Medienleute in Syrien ausbildete und ihnen Zugang zu internationalen Nachrichtensendern verschaffte. Mit der Informationsdominanz sollte der militärische Regime-Change gedeckt werden.

  • Zlatko Percinic

Das von westlichen Medien verbreitete Narrativ zur Krise und zum späteren Krieg in Syrien wurde von Anfang an durch die britische Regierung bestimmt. Das legen neue Dokumente nahe, die von Anonymous veröffentlicht wurden, aber nicht unabhängig bestätigt werden konnten. Trotzdem decken sich die Dokumente mit anderen Untersuchungen und Veröffentlichungen, die Großbritanniens Rolle seit den Anfängen der im Zuge des sogenannten Arabischen Frühlings ausgebrochenen Proteste gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad aufgedeckt haben.

ARK ist eine der in den Dokumenten genannten Organisationen, die in dem britischen Informationskrieg beteiligt sind. Sie wird seit 2011 von Alistair Harris, einem britischen Ex-Diplomaten mit Anti-Terror-Erfahrung, geleitet. Offiziell gibt sich ARK als eine Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Dubai, die seit 2008 in über 20 Ländern “programmatische Interventionen” durchgeführt hat. Als Auftraggeber werden Regierungen bzw. Außen- und Verteidigungsministerien verschiedener Länder genannt, darunter die USA, Kanada und Großbritannien.

Bereits zum Zeitpunkt des “Ausbruchs der Proteste” im März 2011 in Syrien war ARK vor Ort und im engen Austausch mit “Aktivisten und Akteuren der Zivilgesellschaft”, berichtete die Organisation dem britischen Außenministerium. In dem eigens im türkischen Gaziantep gegründeten “capacity building centre”, einer Art Einsatzzentrale, wurden die Operationen im benachbarten Land geplant und ausgeführt. Was tatsächlich geplant wurde, wird hier etwas näher definiert:

Zentral für die Entwicklung strategischer Kommunikationsfunktionen innerhalb einer Institution ist die Entwicklung und Verankerung einer konsistenten Kernerzählung. In der ersten Instanz ist das (Ziel-)Publikum für das vereinbarte Narrativ intern, was helfen soll, die Institution um eine Kernvision zu vereinen. Der Schlüssel dafür liegt darin, die Führungsspitze dafür zu gewinnen. Im syrischen Kontext muss dann das externe Publikum in zahlreiche Zielgruppen segmentiert werden, einschließlich des syrischen Regimes und der Regime-Befürworter, die internationale Gemeinschaft, inländische Opposition, extremistische Gruppen, die allgemeine Bevölkerung in Syrien und Flüchtlings- und Diasporagemeinschaften. So können die verschiedenen Einstellungen und Verhaltensweisen sowie deren Motivation unterschieden, erwünschte Ergebnisse und Einflussmöglichkeiten identifiziert und danach maßgeschneiderte und effektive Botschaften überbracht werden. All diese Gruppen benötigen eine weitere Unterteilung, um optimale Ziele zu erreichen.

Wie diese “Kernvision” auszusehen hat, erarbeitete ARK mit syrischen Oppositionellen unter “Kollaboration mit der Regierung Seiner Majestät” in Workshops. Staatssekretär Alistair Burt, zuständig für das Ressort Mittlerer Osten im Außenministerium, wird dabei namentlich genannt.

Als der sogenannte Syrische Nationalrat im August 2011 gegründet und in der Folge von den USA, Großbritannien, Frankreich und der Europäischen Union als “legitime Vertretung des syrischen Volkes” anerkannt wurde, übernahm ARK die mediale Vermarktung des Obersten Militärrates (SMC). Der SMC bildete sozusagen die Kommandostruktur von verschiedenen Milizen ab, von denen die Freie Syrische Armee (FSA) eine der größten Fraktionen war. Damit die Wahrnehmung der FSA/SMC innerhalb Syriens gelenkt wird, sollen unter dem Projekt “Basma” Stimmen gesammelt werden, die ein positives Bild zeichnen sollen. Allerdings waren es nicht etwa Befürworter, sondern Personen, die “von Basma versammelt und als ‘Vox Pops’ produziert” wurden. …

https://deutsch.rt.com/international/107033-benutze-medien-um-ereignis-zu/

#WhiteHelmets

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