Zero Covid: Die Linke ist tot

ZeroCovid, eine missgeburt aus dem kontext des wissensch. beirats von attac.

  • Rudolph Bauer

als mitglied dieses clubs (wb attac) war ich mit dem ansinnen konfrontiert, den zerocovid-aufruf zu unterzeichnen. mit winfried wolf, einem der initiatoren, hatte ich einen quasi-öffentlichen (genauer: beiratsöffentlichen) disput zu dieser peinlichen ZeroCovid-sache. nachfolgend ganz unten wilfrieds mail, u. a. namentlich auch an mich gerichtet, und hier gleich anschließend meine antwort an winfried vom 13. januar. ich denke, da gibt es nicht viel zusätzlich zu erläutern. aber wenn Du fragen hast, ich beantworte sie gerne.

 mit herzlichem anti-Zero-gruß : rudolph

ich an winfried wolf und die anderen mitglieder des wiss. beirats:

Betreff: [Attac-beirat-diskussion] … Aufruf – … // Corona-Debatte

zur kenntnis an die mitglieder des wissenschaftlichen beirats:

lieber winfried,

in Deiner mail erinnerst Du daran, dass ich zusammen mit Dir (als initiator) und anderen an der herausgeberschaft des “FaktenChecks Corona” beteiligt war. das stimmt; ich habe Dein projekt durch die hergabe meines namens gerne in solidarischer absicht unterstützt, nicht zuletzt auch deshalb, weil ich Dich als kollegen und Deine engagierte politische und wissenschaftliche arbeit hochschätze.

es stimmt aber auch, (1.) dass ich das FCC-blatt vor der veröffentlichung nicht zu gesicht bekommen habe; (2.) dass ich erst nach anmahnung ein belegexemplar erhielt; (3.) dass ich die gefährlichkeit des virus nicht dadurch “relativiere”, weil ich vor einem medizinfundamentalismus warne [was jedermann/-frau aufhorchen lassen sollte, der sich zum einen schon mal mit der negativen und “positiven” eugenik des NS-faschismus beschäftigt hat und der zum anderen verfolgt, was state of the art auf dem gebiet der lebenswissenschaften und der biopolitik ist]; dass wir aber (4.) einen gleichfalls tödlichen (!) und unverantwortlichen fehler begehen, wenn wir die “gefährlichkeit des virus” ausschließlich unter virologischen, medizinischen und mortalitätsgesichtspunkten betrachten.

die “gefährlichkeit des virus” hat nämlich u.a. auch eine soziologische, psychologische, ökonomische, arbeits- und verfassungsrechtliche dimension bzw. soziale, wirtschaftliche und politische auswirkungen – politische nicht zuletzt wegen der außerkraftsetzung der grundrechte und der demokratischen freiheiten, die zu missachten inzwischen auch die digitalfürsten sich erdreisten. obendrein wird im windschatten der pandemie lustig weiter drauf los gerüstet, an feindbildern gezimmert und werden kriege geführt. davor die augen zu schließen und ausschließlich auf das virus und seine autoritäre “eindämmung” zu starren, das meine ich mit “medizinfundamentalismus”. und davon ist ein ZerrroCovid-aufruf und dessen regierungsamtliche exekution nicht weit entfernt. einem apo-sozialisierten antiautoritären dreht sich da der magen um.

es geht mir nicht um das gegeneinander ausspielen von gesundheit und demokratie, sondern um ein verantwortungsvolles abwägen. demokratie ist jedoch gerade in krisen- und konfliktsituationen lebens- und zukunftswichtig. ich schreibe bewusst: LEBENSwichtig. demokratie ist keine mumie, sondern ein lebendiger prozess. sie ist nicht nur eine angelegenheit für schönwetterperioden und für sonntagsreden, sondern sie hat sich vor allem in krisenzeiten zu bewähren. insofern ist das “aussetzen” von demokratie der anfang von ihrem ende und eine einladung an alle reaktionäre, auf diesem ticket ein autoritäres oder totalitäres herrschaftssystem zu installieren. ich gehe davon aus, dass dies konsens ist.

aus diesen gründen kann ich den vorgeschlagenen aufruf nicht unterzeichnen. aus diesen gründen würde ich ihn in der vorliegenden fassung nicht veröffentlichen und zurück nehmen. er fügt sich ein in das narrativ der politisch und medial herrschenden. er zeugt von gutgäubigem vertrauen, dass die regierenden es schon richten werden, wenn wir ihnen nur die richtigen ratschläge erteilen (vorausgesetzt, diese erreichen jene überhaupt). er verrät, gewiss unbeabsichtigt, eine art politischer behäbigkeit und biedermeierei.

Deine mail, wilfried, endet mit der frage: “Wollen wir dort in diesem Lager der Corona-Leugner, der Demokratie-Heuchler und der Humanismus-Zyniker stehen?” herrgottchen, müssen wir unsere überzeugungen und erkenntnisse danach bemessen, was diese leute von sich geben, um nicht ihrem “lager” zugerechnet zu werden bzw. gar uns selbst denen zuzurechnen? muß ich zwecks “gegenstandpunkt” bekennender corona-kreuzritter sein, antidemokratisch und antihumanistisch? dieses standpunkt-einnehmen via abstraktes negieren ist bar jeder dialektischen vernunft. daran sollten wir uns erinnern und uns auf den boden der wirklichkeit stellen, die voller widersprüche ist. dass dies konsens ist (und ins bewusstsein gerufen werden muß), auch davon gehe ich aus.

deshalb mit herzlichem gruß, rudolph

#CoronaCoup#CoronaDiktatur

#GreatReset

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