Achmed Khammas: Fragen zu Syrien

[lutzland] Vor wenigen Tagen stiess mir im Newsletter eines alten Bekannten, Achmed Khammas, seine Einschätzung zu aktuellen syrischen Fragen ins Auge. Sie zeichnete ein völlig anderes Bild der Lage. Für einen SZ, ZEIT und SPON-Leser irritierend – und nach der Recherche seiner Quellen sogar noch verwirrender. Hhmmm …

Ich schätze Achmed als weltoffene, transkonfessionelle, politisch unabhängige und persönlich absolut integere Persönlichkeit. Und vor dem Hintergrund seiner Vita zwischen Damaskus und Berlin (Spielbein und Standbein) als glaubwürdigen Zeitzeugen. So mailte ich ihn spontan an und bat um ein Skype-Interview.

Noch am selben Tag entwickelte sich daraus ein lebhaftes Gespräch über Syrien, Arabien und Europa, Israel und Amerika, über siebentausend Jahre damaszenische Besiedlung und die Erkenntnis, dass die Geschichte nicht mit Elvis beginnt.

Danke an Achmed Khammas für dieses Gespräch, weitere Informationen unter:

http://www.khammas.de

Auszug aus der Rundmail von Achmed Khammas

Die Wundertüte:

Diesmal geht es primär darum, daß Syrien zum Schlachtfeld der Groß- und Mittelmächte geworden ist – und daß hier im Westen im Laufe der vergangenen Monate in den Medien dermaßen gelogen wurde, daß sich die Balken inzwischen zur Kreisform gebogen haben!

Vielleicht sind nicht alle Links gleichermaßen interessant für Euch, aber aus der Fülle des Materials – z.T. von deutschen Journalisten AUS SYRIEN (denn das Regime hat mitnichten eine Einreisesperre gegen ausländische Pressevertreter verhängt, warum sollte es auch?!) – habe ich versucht, eine sinnvolle Auswahl zu treffen, um ein Bild der tatsächlichen Situation im Lande zu vermitteln. Entschuldigt bitte, wenn es etwas mehr geworden ist.

Zu den Journalistinnen, die sich immer wieder nach Syrien aufmachten, gehört Karin Leukefeld. Hier ein Gespräch mit ihr, das im November 2011 auf dem Kasseler Friedensratschlag aufgenommen wurde: http://www.youtube.com/watch?v=yrAxWMLowW0

Am 11.02.2012 erschien in der Wochenendbeilage der „Jungen Welt“ ein Gespräch von ihr mit Louay Hussein über die Opposition in Damaskus und im Ausland, die Beobachtermission der Arabischen Liga und die drohende Internationalisierung des Konflikts: http://www.jungewelt.de/2012/02-11/001.php

Sehr interessant fand ich auch ein Telefon-Interview auf Bayern2 mit dem Univ. Prof. Dr. Günter Meyer, das am 25.01.2012 hochgeladen wurde – unter dem Titel: Die Wahrheit über Syrien http://www.youtube.com/watch?v=ZU1_7rCUUwk&feature=related

Englischsprachig ist ein TAZ-Blog Bericht von Ronda Hauben vom 31.01.2012 über die Beobachtermission der Arabischen Liga. Auch wieder etwas, was m.W. so in den deutschsprachigen Medien nirgendwo erschienen ist: http://blogs.taz.de/netizenblog/2012/01/31/observer-mission-report-syria/

Anfang Februar schrieb german-foreign-policy.com unter dem Titel „Blutiges Gemetzel“:

Unklar ist, in welchem Umfang die bewaffneten Kräfte unter den Aufständischen bereits jetzt vom Westen und seinen arabischen Verbündeten aufgerüstet werden. Schon vor Monaten waren Berichte im Umlauf, denen zufolge das Emirat Qatar militärisch in Syrien aktiv sei.[3] Träfe dies zu, wäre es nur eine Wiederholung der Ereignisse in Libyen: Hieß es dort zunächst ebenfalls, Aufständische aus dem Land kämpften auf sich allein gestellt gegen das Gaddafi-Regime, so ist heute weithin bekannt, dass nicht nur westliche Geheimdienste, sondern auch qatarische Militärs von Anfang an den Krieg gegen Gaddafi maßgeblich unterstützten. Alles deutet darauf hin, dass in Syrien mittlerweile beide Seiten tödliche Gewalt gegen Zivilpersonen verüben. Schon der Bericht der Beobachtermission der Arabischen Liga führt nicht nur Angriffe des Militärs, sondern auch Anschläge von Aufständischen etwa auf einen zivilen Reisebus und einen Transportzug auf. Auskünfte aus Homs, heißt es in dem Bericht, wiesen darauf hin, dass auch der französische Journalist, der kürzlich getötet wurde, einem Rebellenangriff zum Opfer gefallen sei. Am gestrigen Sonntag berichtete der griechisch-melkitische Erzbischof von Aleppo, Jean-Clément Jeanbart, in Homs seien jetzt mehrere Dutzend Christen von Aufständischen getötet worden.[4] “Extremisten und Söldner” sickerten “von der Türkei, dem Irak, Jordanien, Libyen oder Pakistan aus nach Syrien ein”; islamistische Milizen hätten inzwischen mindestens 2.000 Zivilisten umgebracht: Die Opfer seien “oft (…) gefoltert, verstümmelt und dann ermordet” worden.

Aus: http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58259 vom 06.02.2012

Am 11.2.2012 erschien auf der österreichischen Seite profil.at ein Gespräch mit Adonis, der als größter arabischer Dichter der Gegenwart gilt – über die drohende Macht­übernahme radikaler Islamisten in seiner Heimat Syrien, die heuchlerische Politik des Westens und die triste Bilanz des arabischen Frühlings: http://www.profil.at/articles/1206/560/318878/syrien-ich-opposition

Was nicht nur ich, sondern viele Syrier und/oder Syrien-Kenner schon seit Monaten sagen, kommt am 17.02.2012 endlich auch bei SpiegelOnline an, daß nämlich die syrische Opposition unterwandert ist, daß militante Kräfte die friedlichen Demonstrationen schon lange gekapert haben usw. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,815820,00.html

Erschreckt haben mich noch mehr Meldungen, denen zufolge neben den arabischen (u8nd höchstwahrscheinlich von Saudi-Arabien und Katar bezahlten und bewaffneten) Söldnern, die gegen die Stabilität des Landes kämpfen, auch „offizielle“ (?) Truppen aus westlichen Ländern inkognito mitmischen. In Homs sollen nach englischen, französischen und russischen Quellen 1.500 Personen, meist ausländische Kämpfer, durch die syrische Armee gefangengenommen worden, darunter auch französische Offiziere und Soldaten. Zuerst war von zehn die Rede, später sogar von 39! Hier eine der wenigen Meldungen, die im deutschsprachigen Raum darüber erschienen sind: http://hinter-der-fichte.blogspot.de/2012/02/syrien-realitat-der-pressefreiheit-zum.html – weiteres Dazu: http://hinter-der-fichte.blogspot.com/2012/03/syrien-es-ist-nicht-vorbei-krieg-wird.html sowie: http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/middleeast/syria/9122749/Thirteen-French-officers-captured-by-Syrian-Army.html

Auch die sogenannte „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“”, bei der sich die Weltpresse andauernd bedient, scheint eine ‚potemkinsche’ Fassade zu sein, um Desinformationen zu produzieren – was schon Mitte 2011 bekannt gewesen sein dürfte: http://nocheinparteibuch.wordpress.com/2011/08/08/brutkastenluge-von-cnn-und-rami-abdul-rahman-syrian-observatory-for-human-rights-entlarvt

Und das Lügen geht weiter: Am 11.03.2012 erschien ein Kurbericht unter dem Titel „Das Wunder von Syrien – Tote wieder quicklebendig“ http://medien-luegen.blogspot.de/2012/03/das-wunder-von-syrien-tote-wieder.html (dazu noch die Anmerkung, daß mehrere Mitarbeiter ihren Dienst bei Al-Jazeera quittiert haben sollen, weil sie nicht mehr bereit waren, dieses dreckige Spiel weiter mitzumachen).

Ganz übel aufgestoßen sind mir die Aussagen des (im schlechten Sinne) „Märchenerzählers“ Rafik Schami (inzwischen: Rafik Schamlos), der seit Jahren davon lebt, sich als Opfer des syrischen Regimes darzustellen, während ihn in Syrien tatsächlich niemand kennt. Nach seinen ekelerregenden Auswürfen genen Scholl-Latour und Jürgen Todenhöfer, hat letzterer am 20.03.2012 auf taz.de darauf geantwortet: http://www.taz.de/Antwort-auf-Rafik-Schami/!89947/

Unter den vielen “Gegenprojekten” möchte ich abschließend zum einen auf die folgende FB-Seite verweisen: https://www.facebook.com/Die.Wahrheit.ueber.Syrien sowie auf einen Blog, der sich ebenfalls bemüht, einen pro-syrischen Standpunkt zu vertreten: http://www.sarsura-syrien.com

http://www.khammas.de

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