Interview mit Christoph Hörstel zu der aktuellen Lage um Syrien

Ein Interview mit dem Nahost-Experten und Buch-Autor, Christoph Hörstel, über Truppenbewegungen in der Region.

[german.irib.ir] Hörstel: (…) wir stehen mitten in ganz historischen und entscheidenden Zeiten. Nach meiner Meinung haben wir folgende militärische Nachrichten, die niemanden freuen können: Russland verlegt Sondereinheiten nach Armenien und sagt, dass es nicht einen einzigen Kratzer dulden kann, wenn im Zuge eines möglichen Irankriegs Armenien (etwas passieren) könnte.

Die Türkei verlegt Truppen an die syrische Grenze. Ich will mal sagen, dass Syrien ja am 07. Mai die ersten freien Wahlen seit Jahrzehnten abhalten wird mit hunderten von UNO-Beobachtern und tausenden von anderen Beobachtern. Sie werden wahrscheinlich die bestüberwachten Wahlen auf dem Globus sein, trotzdem werden Truppen dorthin verlegt und trotz des Verfassungsreferendums vor zwei Monaten, das in Syrien erfolgreich verlaufen ist und die Ein-Parteienherrschaft beendet hat. Wir haben auch noch die Erklärung Israels, es habe nun das Training für seine Luftwaffe abgeschlossen. Und es heißt, man sei zum Schlag gegen Iran bereit.

Diese militärischen Nachrichten stehen doch im gar keinen Zusammenhang mit erfreulichen Entwicklungen im Syrien und den iranischen Verhandlungen. Das heißt, wenn wir noch weiter Dinge betrachten, dann kommen wir plötzlich in alarmierende Stimmung. Ich sage einmal, die letzte Verhandlungsrunde im Frühjahr, als ja plötzlich von der Atombehörde in Wien die Delegation zurückgerufen wurde, obwohl in der Frage einer möglichen Besichtigung des militärischen Komplexes „Parchin, zu der Iran gar nicht verpflichtet ist und trotzdem entgegenkam, und man anfing, sich positiv zu verständigen, nach welchen Kriterien eine solche Besichtigung erfolgen soll, zack mussten die Damen und Herren zurück und es hieß dazu, es sei erfolglos verlaufen.

Ich habe fast den Eindruck gehabt, dass man auf der westlichen Seite die Angst hat, die Delegation könnte noch mit einem positiven Ergebnis nach Hause kommen. Aber die Behandlung der Frage in den westlichen Medien vermittelte den Eindruck, als habe Iran sich etwas zu Schulden kommen lassen, was nicht nur nicht der Fall war, sondern in Wahrheit war der Iran weiter entgegengekommen, als eigentlich musste. Unter diesen Umständen ist es klar, der Iran hat keine Hoheit über die Berichterstattung der Verhandlungen. Der Westen kann gegenüber seiner Bevölkerung ungestört alles behaupten, was da verhandelt worden sei.

Insofern ist gar nicht interessant, ob der Iran entgegenkommt. Für die Kriegsfrage ist nur interessant, was die westlichen Menschen Glauben gemacht bekommen durch die lügenhafte Medien-Propaganda an der Seite der Nato-Regierungen und ihre verbrecherische Kriegspolitik seit Jahrzehnten, das sind die bedrohlichen Dinge. Ich bin aber deswegen kein bisschen pessimistisch, dazu kriegt mich niemand. Aber ich sage ganz klar, hier reicht die Wachsamkeit nicht mehr. Die guten Kräfte, die es gibt, der Iran, Russland, müssen jetzt ganz neu überlegen, ob sie nicht radikal ihre Öffentlichkeitsarbeit intensivieren, damit sich die westlichen Bevölkerungen rund um Belange ihrer Regierungen und ihrer hiesigen Medien tatsächlich nicht in einen Krieg hineinstreuen lassen von ihren Regierungen, obwohl die Verhandlungen an allen Punkten und Entwicklungen in Syrien positiv verlaufen, Das ist die ganz ernste Bedrohung, der jetzt noch begegnet werden kann. Dann ist aber keine Zeit zu verlieren.

(…) Die US-Amerikaner brauchen pro Tag 6 Mrd. Dollar zusätzliche Investitionen in den Dollar, damit die Währung nicht zusammenbricht. Das gelingt praktisch nur durch Aggression, indem sie Ölströme vereinnahmen oder durch künstliche Verknappung von Ölströmen in Dollar gehandeltes Öl verteuern. Und sie bedrohen praktisch jedes Land mit Krieg, das sich aus dem Ölhandel mit Dollar zurückziehen will, wie Iran das tut und was Gaddafi vorhatte. Dadurch kommen die USA in eine Finanznot, die in sich das größte Kriegsrisiko birgt, das man sich historisch vorstellen kann.

Europa hat ebenso in den ersten drei Monaten dieses Jahres eine Billion Euro an jede bettelnde Bank ausgegeben durch die EZB, an welcher ja alle Steuerzahler beteiligt sind. Eine furchtbare Geschichte der 17-er Gruppe. Allein Deutschland hat 214 Mrd. zugesagt und soll weitere 20 Mrd. als ESM-Beteiligung auf den Tisch legen, und der Bundespräsident Gauck wird in den nächsten Wochen einen absolut diktatorischen, undemokratischen und rechtswidrigen ESM-Vertrag unterschreiben.

Der Crash steht kurz bevor, denn die eine Billion ist schon ausgegeben, und Europa braucht dringend weiteres Geld. Griechenland befindet sich mitten im Kollaps, Spanien steht kurz davor, selbst Frankreich ist schwer angeschlagen. Es steht zu befürchten, dass die USA dem Gedanken verfallen sind, sich aus dieser Krise nur durch einen Krieg vor dem Absturz ihrer internationalen Finanzmacht befreien können. Davor fürchtet man sich in Moskau genauso wie bei allen friedliebenden Menschen auf der Welt.

http://german.irib.ir/analysen/interviews/item/205667-interview-mit-christoph-h%C3%B6rstel

siehe auch…

Kriegslügen gegen Syrien – Christoph Hörstel im Interview mit Russia Today

“Lassen Sie es mich gemäß den Worten eures fähigen Reporters ausdrücken. Mit dieser Art der ‘Freundschaft’, braucht Syrien keine Feinde mehr. Es ist deutlich, dass das was heute in Syrien passiert, jedes Gesetz bricht, jede internationale Charta, die Charta der vereinten Nationen.”

http://www.youtube.com/watch?v=DLg5xrGvJhs

Faking It: How the Media Manipulates the World into War

GlobalResearchTV zeigt hier sehr deutlich, anhand historischer und aktueller Beispiele, wie wir immer wieder von den Medien in Kriege gelogen werden.

http://www.heinrichplatz.tv/?p=5213

Weitere Einträge zu Syrien auf Heinrichplatz TV
http://www.heinrichplatz.tv/?s=syrien

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