Realisten spielen Videospiele

Realisten nehmen zur Kenntnis, dass bestimmte menschliche Wesen entbehrlich sind.

Robert C. Koehler [antikrieg.com]

(…) Der Artikel, der Ende Mai veröffentlicht wurde, mit der Überschrift „Geheime ‚Tötungsliste’, erweist sich als Test für Obamas Prinzipien und Willen,“ ist ein 6.000 Wörter umfassendes Opus, das uns auf eine Tour in Obamas Kriegszentrale führt. Er ist ein bemerkenswertes Stück Arbeit, beruht auf Interviews mit drei Dutzend von des Präsidenten derzeitigen und ehemaligen Beratern. Die hauptsächliche Enthüllung der Geschichte ist, dass Obama und sein Sicherheitsteam sich jede Woche treffen, um die „Steckbriefe“ verdächtiger al-Qaeda-Mitglieder in Gebieten wie Pakistan, Jemen und Somalia zu diskutieren und diejenigen zu „nominieren,“ die mit Drohnenattacken umgebracht werden sollen. Der Präsident besteht darauf, das letzte Wort über Leben und Tod zu haben.

Die Geschichte ist ein im Großen und Ganzen unkritisches Abfeiern dieses Vorgangs und von Obamas „Pragmatismus” – das heißt seinen Verzicht auf Gutmenschengrundsätze, wann immer diese unbequem werden und in den Weg von Amerikas Sicherheit geraten.

Tatsächlich erweist Obama sich als toller Oberbefehlshaber, entscheidungsfreudig und hart, dennoch versiert in liberaler Rhetorik und vertraut mit der Theorie des gerechten Krieges der heiligen Augustinus und Tomas von Aquin. So kann er im Gegensatz zu George Bush seinen Krieg auch Intellektuellen als moralisch akzeptabel andrehen, ungeachtet wie zynisch er den Grundsatz „Du sollst keine Zivilisten töten“ dabei verbiegen mag.

http://antikrieg.com/aktuell/2012_06_07_realisten.htm

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