Psychopathen als Gewalttäter

Umgangssprachlich werden unerfreuliche Zeitgenossen, die andere tyrannisieren und nicht in Frieden leben lassen, oft als Psychopathen bezeichnet. Manchmal sind die meist synonym verwendeten Begriffe Psychopath und Soziopath aber durchaus zutreffend.

Alexandra Bader [ceiberweiber.at]

Jedes Opfer kann anhand verfügbaren Wissens über Psychopathen/Soziopathen wohl selbst zumindest erahnen, ob dies der Fall ist. Charakteristisch für Psychopathen ist etwa, dass sie mit ihren Lügengeschichten relativ lange durchkommen, sich der Strafverfolgung entziehen und keinerlei Reue oder Empathie zeigen.

Alle Empfehlungen für Konfliktlösung, Verstehen des Standpunktes des anderen, gewaltfreie Kommunikation, die eigenen Motive erforschen bauen darauf auf, dass es um Menschen mit Gefühlen geht. Psychopathen haben jedoch keine Gefühle, können diese aber vortäuschen, ohne allerdings die dazugehörige Tiefe und Echtheit simulieren zu können. Nicht alle Gewalttäter sind Psychopathen, aber in den Schilderungen weiblicher Opfer – etwa aktuell in der Zeitschrift “Woman” (8.6.2012) fällt auf, dass alles anfangs “zu schön, um wahr zu sein” ist.

William March schreibt in “The Bad Seed”: “Diese Monster des Alltags hatten für gewöhnlich ein normaleres Aussehen und Verhalten, als ihre tatsächlich normalen Brüder und Schwestern; sie präsentierten ein überzeugenderes Bild der Tugend als die Tugend selbst – ähnlich der wächsernen Blüte einer Rose oder dem künstlichen Pfirsich, die dem Auge viel perfekter erscheinen als das mit Makeln behaftete Original, nach dessen Vorbild sie modelliert worden sind.”

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