Paul Müller [berlinerumschau.com]
Rund um Syrien könnte die Kriegsgefahr vor einer neuen Dimension stehen. Sollten verschiedene kursierende Meldungen zutreffen, bereiten sich Rußland, China, der Iran und Syrien auf ein umfassendes gemeinsames Militärmanöver im Nahen Osten vor. Beteiligt wären 90.000 Soldaten, 400 Flugzeuge und 900 bis 1.000 Panzer. Bei den Übungen soll offiziell die Küsten- und Luftabwehr Syriens geprobt und Raketen eingesetzt werden. Es wäre das größte jemals durchgeführte Manöver im östlichen Mittelmeer.
Verbreitet werden die Nachrichten von einem bevorstehenden Manöver vor allem von diversen iranischen Quellen, die offenkundig aufeinander Bezug nehmen. Eine bewußte Desinformation ist daher nicht auszuschließen. Für die Meldungen spricht jedoch zumindest eine aktuelle Ankündigung des russischen Generalstabs. Demnach will Moskau die Kriegsschiffe “Nikolai Filtschenko” und “Cäsar Kunikow” mit Marineinfanteristen und T55-Kampfpanzern aus dem Schwarzen Meer nach Syrien verlegen. In der syrischen Hafenstadt Tartus verfügt das Land über seinen einzigen Marinestützpunkt außerhalb der GUS. Dem iranischen Rundfunk zu Folge könnten aus Rußland weitere “Atom-Kriegsschiff, Flugzeugträger, U-Boote und Minenräumer” dazustoßen.
Auch China wolle 12 Schiffe in das Mittelmeer entsenden. Mit an Bord demnach Militärgerät und Ausrüstungen der Luftwaffe. Indirekt bestätigt werden diese Angaben aus Quellen, die kaum von Teheran gesteuert sein dürften. Nach Informationen der dem israelischen Geheimdienst nahestehenden Internetseite DEBKAfile hat Peking bei der Verwaltung des Suez-Kanals um entsprechende Durchfahrgenehmigung mit Ziel Tartus ersucht. Die Zeitung “Haaretz” will erfahren haben, daß der Transit bereits genehmigt wurde.