Cyberspace: Der hinterhältige Kampf um die Meinung

Jens Blecker

Das Internet, ein Raum der unbegrenzten Möglichkeiten. Jeden Tag verbringen Milliarden Menschen einen Teil Ihrer Zeit im Internet, zum Teil in Foren oder auf Seiten wie IKNews. Im Laufe der letzten Dekaden hat sich ein unglaublicher Pool an Informationen und Wissen, aber auch Lügen und Desinformationen angehäuft. Die wichtigsten Ressourcen dieser Zeit sind die Aufmerksamkeit, die Meinung und das Vertrauen der Nutzer. Das haben auch Regierungen und Unternehmen bereits lange erkannt und es ist ein zum Teil hinterhältiger Kampf um genau diese Ressourcen entbrannt.

War es früher noch das Privileg der Einsamen und Häßlichen, sich im Internet als jemand Anderes zu geben, wurde diese Taktik von Regierungen perfektioniert. Weltweit stehen mittlerweile hundertausende auf dem Lohnzettel von Geheimdiensten und Regierungen, um Meinungsbilder zu formen, Diskussionen zu entführen oder einfach Personen zu diskreditieren.

Gestern wurde ein Artikel im Offtopic verlinkt, der den Titel “Ich war ein bezahlter Internet-Lockvogel (Desinformant)” trug. Ein Leser schickte mir den Link und fragte mich nach meiner Meinung, also las ich den Artikel. Dazu werde ich nach einigen Worten Stellung beziehen, zunächst möchte ich auf den Foreneintrag des Benutzers “Ex-Lockvogel” eingehen.

Der User gibt an, nun mit dem Comming-Out seine Seele vom Leiden über seine Missetaten zu befreien. Das Forum sei nicht die einzige Webseite, auf der er als bezahlter Desinformateur unterwegs gewesen sei und einige seiner ehemaligen Kollegen wären immer noch unter den Usern.

Ende 2011 habe er den Job an den Nagel gehängt, da er es mit seinem Gewissen und seiner Einstellung nicht mehr vereinbaren konnte, argumentiert er weiter. Begonnen habe es Anfang 2011, nach einem Jahr Arbeitslosigkeit, wo eine ehemalige Kollegin ihn angerufen habe und einen ungewöhnlichen Job angebot. Mehr als eine Telefonnummer und eine Adresse habe er nicht erhalten. Die ehemalige Kollegin habe ihn auserkoren, da er die notwendigen Fähigkeiten besäße. Als er nach einer Webseite der Firma fragte, habe Sie nur gelacht und gesagt “Die haben keine Webseite und auch keinen Namen, du wirst sehen. Sag denen nur, das ich dich geschickt habe.” Es kam ihm zwar dubios vor, allerdings würde er so nach langer Arbeitslosigkeit wieder den Kühlschrank voll bekommen.

Im Anschluss folgt eine sehr detaillierte Beschreibung des neuen Arbeitsplatzes. Kahle Wände, schäbige Schreibtische in einem heruntergekommenen Bau. Flackernde Halogenlampen, eine alte verbeulte Stahltür und karge Flure, führt er weiter aus. Er dachte sich, was für eine Müllhalde, aber Bettler können nicht wählerisch sein.

Nun beginnt der interessantere Teil des Beitrages. Es folgte eine Erklärung seines neuen Jobs. Sein Vorgesetzter erklärte ihm, dass es darum geht, die Meinung von Menschen zu beeinflussen. Die Kunden der Firma würden dafür bezahlen, dass Beiträge in Foren, gut besuchten Internetchats, Foren von Spielen und sozialen Netzwerken wie Facbook oder MySpace gepostet werden. Da er auf Nachfrage des Vorgesetzten angab, keine politische Meinung zu haben, wäre er dafür prädestiniert, sich im Bereich der politischen Foren zu bewegen. Er dürfte allerdings niemandem davon erzählen, nicht einmal seinem Hund oder seiner Frau, wurde noch angefügt.

Nach einer kurzen Trainingsphase wurden ihm einige Webseiten zugewiesen, auf denen er tätig zu werden hatte. Seine Aufgaben wären zunächst die Unterstützung Israels und die Zersetzung anti-israelischer oder antisemitischer Meinungen. Er schrieb dazu: “Meine Aufgabe war einfach, mir wurden vier Webseiten zugewiesen, mit dem Ziel gewissen Diskussionen zu übernehmen und eine andere Meinung zu etablieren.” “Für mich war das kein Problem, ich habe weder eine Meinung zum einen noch zum Andren über Israel und wer mag schon Nazis oder Antisemiten?”, fügte er hinzu. Nur Hintergrundwissen habe er nicht, was diese Themen angeht. Ihm wurde erklärt, das man ihn später auf fundierte und tiefgründige Diskussionen hin schulen würde, zunächst wäre er eine Art Gedankenpolizei…

http://www.iknews.de/2013/01/09/cyberspace-der-hinterhaeltige-kampf-um-die-meinung/

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