Die faschistische Gefahr

Seit Jahren inszenieren die Medien das „Feindbild Islam“. Immer wieder Terror und dann dazu: „Islam!

Wieso eigentlich war Anders Behring Breivik kein „christlicher Terrorist“, kein „Christianist“, weil Teil einer globalen Bedrohung für den Frieden dieser Welt? Und warum sind die Millionen Toten, die durch westliche Kriege in den letzten Jahren zu Tode kamen, nicht ebenfalls Opfer von „Terror“, sondern werden uns stattdessen oft sogar als „unzivilisiert“ oder „Barbaren“ verkauft, die es halt zu „befreien“ gilt? Und wieso wundern sich Politik und Medien eigentlich so, wenn die rassistisch-nationalistische Saat ihrer über Jahre gesäten „Denkgifte“ auf dem Boden des seit Jahren praktizierten sozialpolitischen Rechtsschwenks aller etablierten Parteien schließlich tatsächlich aufgeht und gedeiht? Und wie verlogen ist es eigentlich, erst Ressentiments zu schüren, dann den „kleinen Mann“ ob seiner Annahme eben dieser zu verdammen – um schließlich in einem deutschen Leitmedium „für weniger Vorbehalte“ gegenüber der AfD zu werben bzw. werben zu lassen? Und warum fällt kaum jemandem auf, dass die Autorin dieser „Werbung für Rassismus“ zufällig auch noch der Friedrich August von Hayek-Gesellschaft mehr als nur nahesteht, der Neoliberalismus also längst in aller Offenheit das „Ende der Demokratie“ zu fordern beginnt? Zur Gefahr durch die neoliberale AfD sprach Jens Wernicke mit dem Publizisten und ehemaligen Medienmanager Jürgen Todenhöfer, der nicht müde wird, öffentlich vor der gefährlichen „Volksverdummung“ durch die AfD zu warnen.

Herr Todenhöfer, in wiederkehrenden Wortmeldungen und Beiträgen stellen Sie sich dem Rassismus der AfD entgegen. In einem aktuellen Facebook-Kommentar formulieren Sie etwa: „Wir müssen den AfD-Rassismus im Keim ersticken!“ Was ist Ihr Problem mit der AfD und wo genau verorten Sie Rassismus bei ihr?

An ihrem kulturellen, religiösen Rassismus. An dem westliche Wissenschaftler zwei Jahrhunderte lang hart gearbeitet haben. Danach ist nicht nur der Islam minderwertig, sondern auch die Muslime. Der Amerikaner Edward Said hat in seinem Klassiker „Orientalismus“ gezeigt, wie dieser Rassismus systematisch in die Köpfe der Westler gehämmert wurde, um die „Legitimation“ zu bekommen, den „Orient“ zu missachten, zu überfallen und zu kolonisieren.

Die acht Jahrhunderte dauernde Kulturblüte des Islam und der muslimischen Welt wird dabei völlig ausgeblendet. Die deutschen Ritter lernten erst auf ihren Kreuzzügen von den Muslimen, dass es dem Körper guttut, wenn man ihn wäscht. Waschen galt im christlichen Abendland Jahrhunderte lang als unkeusch und unanständig. Die Kreuzritter konnten auf ihren Kreuzzügen von den Muslimen auf allen Gebieten der Wissenschaft viel lernen. Bei uns war Wissenschaft als angeblicher Feind des Glaubens ja lange Zeit verpönt.

Die AfD kolportiert also ein „Feindbild Islam“? Wodurch genau tut sie dies? Und vor allem: Inwiefern entspricht die Darstellung denn nicht der Wirklichkeit?

Der Islam ist eine Religion der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Auch der gelebte Islam, den ich über 50 Jahre in der muslimischen Welt erlebt habe. Wir im Westen bekommen vom Mittleren Osten allerdings fast nur Kriegs- und Terrorbilder präsentiert. Aber hinter fast all diesen Kriegen steckt der Westen. Und hinter dem widerlichen Terrorismus, den wir in den Medien täglich gezeigt bekommen, letztlich dadurch auch. Weil dieser inakzeptable Terrorismus eine inakzeptable Antwort auf unsere inakzeptablen Kriege ist.

George W. Bush hat viel mehr Menschen auf dem Gewissen als Bin Laden und Al Baghdadi zusammen. Das ist die bittere Wahrheit, die in unserer freien Gesellschaft kaum einer auszusprechen wagt. Es ist die Lebenslüge des Westens. Der Westen war in den letzten 500 Jahren immer gewalttätiger als die muslimische Welt. Wenn ich mich richtig erinnere, wurden auch die beiden Weltkriege mit 90 Millionen Toten nicht von Muslimen angezettelt, sondern von Christen und die 6 Millionen Juden nicht von Muslimen ermordet, sondern von uns abendländischen Christen. …

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