Die vielen Motive des Protests

Was treibt jene an, die gegen die Abkommen TTIP und CETA demonstrierten? Zahlreiche am Samstag gehaltene Reden geben darüber Aufschluss

Hunderttausende gingen am Samstag gegen neoliberale »Freihandelsabkommen« auf die Straße. Nach Angaben des Bündnisses »CETA und TTIP stoppen! Für einen gerechten Welthandel!« nahmen bundesweit 320.000 Menschen an den Protesten teil. Demnach haben in Berlin 70.000 demonstriert, in Hamburg 65.000, in Köln 55.000, in Frankfurt am Main 50.000, in Stuttgart 40.000 in München, 25.000 und in Leipzig 15.000.

Abgesehen von Berlin gab die Polizei jeweils deutlich geringere Teilnehmerzahlen an. Doch selbst, wenn man den Auskünften der Beamten folgte, wären mehr als 200.000 Menschen aktiv gewesen. Hinzu kommen Tausende, die in den österreichischen Städten Wien, Graz, Linz und Salzburg protestierten. An dieser Stelle zitiert jW aus den Manuskripten der Reden, die am Samstag gehalten wurden. Aus den Beiträgen geht hervor: Es gibt viele Gründe, sich gegen CETA und TTIP zur Wehr zu setzen. (jW)

»Passt mit Umweltschutz nicht zusammen«

Michael Müller, Bundesvorsitzender der Natur-Freunde Deutschlands, in Berlin:

»CETA ist schon deshalb so problematisch, weil es ein Vorbild für die Politik der Globalisierung sein soll. Aber CETA basiert auf der Ideologie der Deregulierung. Die Handschrift der Technokraten ist eindeutig: zugunsten der wirtschaftlich Starken und zulasten der sozial Schwächeren, der Natur und der dritten Welt. Das wollen wir nicht. Seit mehr als 25 Jahren fordern wir eine Welt der Nachhaltigkeit. (…)

Es passt einfach nicht zusammen, das Pariser Klimaabkommen zu unterzeichnen, sich zur Agenda 2030 der Vereinten Nationen zu bekennen und die wachsenden sozialen Unterschiede zu beklagen, aber mit den Freihandelsabkommen eine Politik zu machen, die soziale und ökologische Ziele nicht nur blockiert, sondern Erreichtes, sogar zurückdreht.« …

http://www.jungewelt.de/2016/09-19/012.php

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