November 2012: 6.816.425 Leis­tungs­emp­fänger

Klaus Wallmann sen.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) und mit ihr die bürgerlichen Medien vermelden mit 2.751.480 Arbeitslosen im November erneut weniger Arbeitslose als im Vormonat (2.753.354). Nicht berückend, aber doch Grund genug für die BA, von einem “robusten” Arbeitsmarkt zu schwärmen. Auch wenn diese Zahl nur die arbeitslosen Menschen erfaßt, die nach Paragraph 16 SGB III offiziell(!) arbeitslos sind.

Der BA-Bericht liefert für den, der lesen kann und will, aber noch weitere Zahlen, die das geschönte Bild ein wenig realistischer machen.

805.816 Menschen erhielten im November Arbeitslo­sen­geld I (Oktober: 783.263), 4.334.874 mußten mit Hartz IV (ALG II) überleben (Oktober: 4.345.723), und 1.675.735 Menschen erhielten Sozi­al­geld (Oktober: 1.677.978). Das sind zusammen 6.816.425 Leistungsempfänger (Oktober: 6.806.964). Selbst diese Zahl zeigt jedoch noch nicht das wahre Ausmaß, denn hinzu kommen noch die Empfänger von Wohn­geld, von Kinderzuschlag, von Grund­si­che­rung im Alter oder von Sozi­al­hilfe nach SGB XII. Ganz abgesehen davon, daß im BA-Bericht ständig von Untererfassung, Schätzung und Hochrechnungen gefußnotet wird.

Weitere 3.746.414 Menschen waren laut BA-Bericht im November 2012 “unterbeschäftigt” (Oktober: 3.717.379), und 957.098 nahmen an sogenannten Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik teil (Oktober: 924.076) – fließen also nicht in die offizielle Arbeitslosenzahl ein.
Den Arbeitslosen standen in diesem Zeitraum 451.000 gemeldete Arbeitsstellen gegenüber (Oktober: 468.000).

Der wachsende Niedriglohnsektor ist nicht nur der Grund dafür, daß Deutschland zum Export-Weltmeister werden konnte. Daß mindestens(!) 20 Prozent der Beschäftigten in der BRD – also mindestens(!) acht Millionen Menschen – eine Vergütung von weniger als 10,36 Euro pro Stunde erhalten, führt auch dazu, daß schon 2011 jeder fünfte Mensch (19,9 Prozent) in Deutschland – also rund 16 Millionen Menschen – von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen war (Statistisches Bundesamt, 23.10.2012). Diese Millionen können weder eine menschenwürdige Altersrente erwarten, noch sind sie selbst in der finanziellen Lage sich eine private Altersvorsorge zuzulegen.

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